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Ist der Erwerb oder Besitz einer Spanienimmobilie in einer Kapitalgesellschaft (S.L.) heute noch sinnvoll ?

Posted: November 9th, 2009 | Author: admin | Filed under: Erbschaftsteuer, Immobilien, News + Steuertipps, S. L. (Spanische GmbH) | Tags: | No Comments »

In den letzen Jahren gab es für nichtresidente natürliche Personen, die im Besitz einer in Spanien gelegen Immobilie sind, eine Reihe von Gesetzesänderungen, die großen Einfluß auf die Besteuerung der Immobilie genommen haben.

Hier ein kurzer Überblick:

Nach alter Rechtslage zahlte eine nichtresidente natürliche Person folgende Steuern:

  1. Einkommensteuer in Höhe von 25% für die Eigennutzung der Immobilie oder erzielten Mieteinnahmen ohne jeglichen Abzug von Kosten oder Berücksichtigung von Abschreibungen.
  2. Vermögenssteuer abhägig vom Wert der Immobilie (bis zum 31/12/2007)
  3. Einkommensteuer in Höhe von 35% auf den erzielten Gewinn im Fall der Veräußerung der Immobilie (bis 2006)

Durch die Gesetzesänderungen hat sich die steuerliche Situation für diese Personen wie folgt geändert:

  1. Es muss nach wie vor Einkommenssteuer in Höhe von nun 24% für die Eigennutzung der Immobilie oder erzielten Mieteinnahmen gezahlt werden, weiterhin ohne jeglichen Abzug von Kosten oder Berücksichtigung von Abschreibungen.
  2. Die Vermögenssteuer ist ab dem 1. Januar 2008 abgeschafft worden
  3. im Fall der Veräußerung der Immobilie beträgt der Steuersatz für den erzielten Gewinn nun 18% (ab dem 1/01/2008).

Dies bedeutet, dass bis zu der Gesetzesänderung der Besitz einer Immobilie in einer Kapitalgesellschaft (S.L.) folgende Vorteile mit sich brachte:

  1. Es musste keine Vermögenssteuer bezahlt werden, da Gesellschaften wie die spansiche S.L. nicht der Vermögenssteuer unterliegen
  2. Auch wenn die Eigennutzung oder die Mieteinnahmen der Körperschftssteuer unterlagen, konnten Ausgaben für Instandhaltung oder auch Abschreibungen gewinnmindernd berücksichtigt werden, so dass sich die Steuerbemessungsgrundlage gemindert hat.
  3. Mit der Sonderregelung der Immobilienbesitzgesellschaften, rechtskräftig in den Jahren 2003 bis 2006, betrug der Steuersatz für erzielte Gewinne bei Veräußerung der Immobilien 15 %, im Vergleich zum Steuersatz in Höhe von 35 %, der von Nichtresidenten natürlichen Personen bis zum Jahre 2006 (alte Rechtslage) auf Verausserungssgewinne zu bezahlen war.

Die Vorteile waren zweifellos interessant. Beim Erwerb von Immobilien von großem Wert, war die Ersparnis signifikant. Dies veranlasste in der Vergangenheit eine Vielzahl von nichtresidenten – Käufern, Ihr Feriendomizil in Spanien durch die Einschiebung einer Gesellschaft mit begrenzter Haftung (S.L.) oder AG (S.A.) zu erwerben. Was passiert nun mit den Gesellschaften? Haben diese noch eine Daseinsberechtigung?

Die Antwort ist, dass eine Vielzahl von Vorteilen, die es vorher gab, verschwunden sind. Dies bedeutet aber nicht, dass die bestehenden Gesellschaften notgedrungen aufgelöst werden müssen. In der Regel ist dies nicht ratsam, da die Auflösung einer Gesellschaft eine Reihe von steuerlichen Konsequenzen mit sich bringt. Eine vorherige steuerliche Neubewertung ist daher immer geboten. Die wichtigste steuerliche Konsequenz ist, dass der Immobilienwert dem Marktwert angepasst wird. Dies hat zur Folge, dass stille Reserven aufgedeckt werden, auf die die Gesellschaft 30 % Körperschaftsteuer zu zahlen hat. Abgesehen von einer Reihe weiterer weniger wichtiger Steuern, die auch zu entrichten sind.

Wir wissen, dass eines Tages, wenn die Immobilie verkauft wird, ein Gewinn realisiert wird, auf den Steuern gezahlt werden müssen. Aber, ist es sinnvoll, diese Zahlung vorwegzunehmen, nur um den Besitzer derselben (von Gesellschaft auf Privat) umzuschreiben, wenn dieses keine bedeutenden Vorteile mit sich bringt? Es sollte immer versucht werden, die Zahlung der Steuer so weit wie möglich hinaus zu zögern.

Falls es zukünftig wieder eine Sonderregelung für Immobilienbesitzgesellschaften geben wird, wie zwischen 2003 und 2006, könnte man wieder eine Reihe von Vorteilen nutzen.

Das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz, verordnet durch das Gesetz 29/1987 und durch das Königliche Dekret 1629/1991 (Abgabeordnung), ist eine Steuer, deren Erhebung und Verwaltung vom spanischen Staat an die verschiedenen autonomen Regionen abgetreten wurden. Somit gibt es in Spanien verschiedene Formen in der Anwendung der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Einige autonome Regionen gewähren entsprechende Freibeträge, die praktisch zum Wegfall oder zur Reduzierung der Erbschafts- und Schenkungssteuer auf ein Minimum führen. Andere autonome Regionen halten diese fast aufrecht oder haben nur kleine Reduzierungen vorgenommen, wie z. B. im Falle von Katalonien und Extremadura.

Im Fall der Balearen gewährt die autonome Regierung eine Reihe von Vergünstigungen, gültig ab dem 01/01/2007 (Gesetz Balear 22/2006):

  1. Erbschaften zwischen Eltern und Kindern, Eheleuten und festen Beziehungen und von Großeltern an Enkel unterliegen einer tatsächlichen Steuerbelastung in Höhe von 1 %, während früher vergleichbare Erbschaften mit einem maximalen Satz von bis zu 34 % besteuert wurden.
  2. Schenkungen jeglicher Art zwischen den o. g. Personen werden mit einem festen Satz von 7 % besteuert, während früher vergleichbare Schenkungen mit einem maximalen Steuersatz von 34 % besteuert wurden.

Jedoch muss für Nichtresidenten in Spanien die staatliche Verordnung angewandt werden: Diese müssen bis zu einem Steuersatz von 34% des Marktwertes der geerbten und in Spanien befindlichen Immobilie bezahlen. Übersteigt der Marktwert der Immobilie gar den Betrag von 800.000 EUR, beträgt die Steuerbelastung linear 34% (sofern zwischen dem Erblasser und dem Erbberechtigten kein Verwandtschaftsverhältniss besteht, ist sogar der Spitzensatz in Höhe von 68 % fällig).

Wir können uns die Kosten bei einer Erbschaft einer Immobilie im Wert von 2, 3 oder 4 Millionen Euros oder großer angelegter Geldbeträge bei einer in Spanien gelegenen Bank vorstellen. Hierfür müssen Lösungen gesucht werden.

Die verschiedenen Anwendungen der Erbschaftssteuer auf spanischem Gebiet wird die Überprüfung dieser Steuer, eine Vereinheitlichung der Vorschrift auf staatlicher Ebene hervorrufen. Wenn eine vereinheitliche Vorschrift grünes Licht bekommt, wird man wissen, wie sich diese Maßnahmen auf Nichtresidente auswirken werden. Vor einiger Zeit hat der Finanzstaatsekretär, Herr Carlos Ocaña folgendes gesagt:

“Technisch ist es möglich, dass das Parlament dazu verpflichtet werden kann, ein Minimum für Nachlässe und Schenkungen festzulegen. Fassen wir eine Reform ins Auge, irgendwie, mit der ein allgemeines Minimum für ganz Spanien übrig bleibt”.

Katalonien hat sich für diese Reform ausgesprochen, aber die autonome Region Madrid hat sich mit anderen Regionen dagegen ausgesprochen. Gehen wir davon aus, dass es in Spanien 17 autonome Regionen gibt, viele mit verschiedenen politischen Merkmalen und jede einzelne verteidigt ihre eigenen Interessen der Finanzierung. Aus diesem Grund wird die Reform nicht einfach sein. Außerdem gestaltet die Regierung das Finanzierungsystem der autonomen Regionen um. Dies hat dazu geführt, dass die Wiedereinsetzung der Steuer endgültig geparkt wird.

Schlußfolgerung: Momentan steht keine Reform für die Erbschaftssteuer auf der Agenda der Regierung. Sicherlich gibt es keine Neuigkeiten vor dem Jahr 2011.

Jeder Kauf einer Immobilie bedarf einer eingehenden Überprüfung. Die mögliche Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer und die Auswirkungen auf Nichtresidente ist für die Entscheidungsfindung sehr wichtig.

Für bestehende Gesellschaften ist eine ausführliche Überprüfung ratsam. Dann entscheidet sich, ob man die Reform abwartet, oder bereits jetzt konkrete Maßnahmen zu ergreifen sind.

Siehe auch:
Adiós Erbschaftsteuer ?

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